post•skrip•tum

post.skrip.tum ist eine Textreihe und ein Langzeitprojekt, das ich jüngst im September 2017 begonnen habe.

Als Inspiration für mal längere, mal kürzere Texte dienen mir dabei alte Postkarten, die ich aus einem tristen Dasein in staubigen Flohmarkt-Kisten rette.
Meine Auswahlkriterien für die Rettung sind dabei rein subjektiver Natur („Och, die ist aber schön.“, „Ach, was ein schöner Text!“, „Uh, da war ich ja auch mal im Urlaub. Aber hundert Jahre später.“).

Postkarten haben für mich eine ganz eigene Faszinationskraft.
Warum schreibt man überhaupt eine Karte?
Bestand der oder die Daheimgebliebene auf ein Lebenszeichen?
War der Urlaub unerwartet langweilig oder hätte man den Adessaten einfach gern dabei gehabt?
Was ist es, das den Kartenschreiber oder die Kartenschreiberin so fern der Heimat an den Adressaten denken lässt?
Außerdem sind Postkarten nackter als Briefe. Haben Postbote, Sortierer oder der Mensch, der den Postkasten leerte, einen schnellen Blick auf den Text riskiert?

post.skrip.tum heißt wörtlich übersetzt ‚dahinter geschrieben‘. Das beschreibt auch dieses Projekt ganz gut.
Dahinter im zeitlichen Sinne, aber auch ein klassisches P.S., ein vergessenes P.S. vielleicht.
All die Dinge, die sich die Kartenschreiber nicht zu schreiben wagten, die nicht auf die Karte passten oder die letztlich eben doch frei erfunden sind.
All die Dinge, die eine Postkarte auf ihrer Reise von einem Menschen zum anderen zu sehen bekommt, ohne davon zu erzählen.

Texte in der Reihe:
Der Freundschaftsdienst
Nur ein Stapel Papier

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