Von der Maus, die dort wohnte

Das ist Peter*. Peter ist ein wohl behüteter Hund. Jemand wirft ihm täglich Bälle, belohnt ihn für das Apportieren mit Schmackofatzies und lässt ihn auf dem Sofa liegen.

Peter ist naiv. Über die Folgen seines verspielten Herumgrabens denkt er nicht nach. Ich habe das für ihn übernommen. Dabei ist folgendes Gedicht entstanden.

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Von der Maus, die dort wohnte

„Scheiße, verdammt!“, entfährt es der Maus,
denn ihr Haus
ist Geschichte.
Zunichte
gemacht von Peter dem Hund,
der mit Nasepfotemund
manisch geradezu gegraben,
wo einst des Mäuserichs Immobilien lagen.
Ein riesiger Krater, der Einschlag der Neugier,
ausgerechnet hier,
wo doch unter’m grünbedeckten Boden
erst kürzlich des Mäuserichs Hoden
zum Einsatz gekommen.
Flink und hart rangenommen
hatte er die Mäusefrau.
Hatte sie angeschrien „Du dreckige Sau!“

Und gerade per Mäusefon kam die Kunde,
die kürzlich noch so überschaubare Mäuserunde
zähle nun sieben Köpfe.
Fünf Kinder, kaum größer als Knöpfe,
sollten hier ein Obdach finden,
gedeihen und sich winden
in warmen Laken.
Doch hier war nun Platz
für keinen einz’gen Fratz,
denn wie gesagt,
der Mäuserich verzagt.
Obdachlos,
zerwühlte Erde wo einst Moos,
starrt verloren auf den Krater,
der frisch geback’ne Mäusevater.

 


*Name von der Redaktion geändert.

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