Lost in Translation

Ich suche derzeit für mein Auslandssemester, das schon ganz bald losgeht (huiuiuiui) eine Unterkunft in der westfinnischen Küstenstadt Turku.

Da der finnische Wohnungs-, Zimmer- und Sonstigeunterkunfts-Markt der Vorhölle gleicht, treibe ich mich viel in finnischen Mitbewohnersuchgruppen auf Facebook herum.

Da Finnisch wiederum eine recht komplexe Sprache ist, derer ich bis auf Grußformeln, Monologe über meine Herkunft und kurze Dialoge über das Wetter bisweilen nicht habhaft werden konnte, bin ich auf die automatische Übersetzungsfunktion angewiesen, die Facebook mir anbietet.

Die glitzerndsten Perlen dieser Sinnfindung in scheinbarem Gebrabbel, die einer archäologischen Ausgrabung gleicht, möchte ich euch selbstverständlich nicht vorenthalten. Bereitet euch einen Eimer Popcorn oder füllt ein Gläschen Wein, lehnt euch zurück und genießt!

 

Die Wohnung ist sauber und sauber. Die Wartung läuft. Abend Sonnenuntergang, um ihr eigenes Fenster zu bewundern.

Jeder Staubneurotiker platzt bereits jetzt vor Freude – es ist sauber UND sauber. Und der Sonnenuntergang spielt so schön in dem bewundernswerten Fenster..

 

Private Nachricht für mehr Informationen, und die Wohnung könnte auch kommen und sehen.

Kundenservice, wie man ihn will. Hier kommt die Wohnung sich den potenziellen Bewohner anschauen.

 

Standard Rent 370,00 E, die leicht verhandelbar sind, wenn sie es wagen.

Ist das eine Falle? Das muss eine Falle sein!

 

Holz Ofen im Wohnzimmer und der Knochen meiner Knochen.. Kaktus.

Ich bin latent beunruhigt.

 

Von der Haustür ein paar Sprung, ist die Tür auf die Tür und die gleiche Menge von bergauf, so dass sich Polen im Park befindet.

Etwas irritiert von der geografischen Lage bin ich schon. Vielleicht ist die doppelte Tür ein Geheimgang nach Polen. Könnte eigentlich auch ganz praktisch sein.

 

Mitbewohner drei schöne, alte, alte Junge.

Pflegeintensiv alt-alt? Kriegsgeschichten alt-alt?

 

Aber auch in Zimmergesuchen gibt es wunderbare Selbstbeschreibungen potenzieller Untermieter zu entdecken, wie zum Beispiel

 

Ich av meine Eifer und hole unsere Wohnung in Turku Gebiet oder warum nicht die Mitte mit seiner Jacke, wenn das Frühstück auf der Straße gefunden wurde.

In jemandes Jacke mit einziehen, platz- und geldsparend sicherlich. Man müsste allerdings erstmal jemanden finden, der das mit sich (und seiner Jacke) machen lässt. Hoffentlich steht der dann auch so auf Breakfast-to-go!

 

Ein großer Wunsch ist glasierte Balkon!

Glasierter Balkon. Auch zum Frühstück?

 

Meine Freundin hat sich verändert, ich suche einen neuen Mitbewohner oder zwei, Max 3.

Ehrlich sind sie, die Finnen.

So, nun los! Sucht finnische Texte und ballert sie in den Übersetzer. Kichert bis der Bauch schmerzt und lernt dann Finnisch!

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1 Kommentar zu „Lost in Translation“

  1. Für mich eine Frage von Leben und Tod. Schrieb Arno Schmidt sein gewaltiges Werk noch für höchstens 300 Kulturträger in Deutschland, schreibe ich wohl für höchstens 300 Leser weltweit. Ich bin also darauf angewiesen, dass mein Mensch, der ist, was er hinterlässt, in Jahrhunderten aus den Tiefen des Netzes genauso emporsteigt, wie ich ihn gemeint habe. Egal ob in Gjakova, Petropolis oder Kusti.

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